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Schützen Sie Kinder  vor Passivrauch

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser!

Zum Start des neuen Schuljahres haben wir wieder tabakspezifische Themen für Sie vorbereitet: Der heurige Weltnichtrauchertag am 31. Mai stand in der Steiermark ganz im Zeichen einer Bilanz über bisher drei Jahre Tabakpräventionsstrategie Steiermark. Gesundheitslandesrätin Dr.in Vollath präsentierte gemeinsam mit einem Vertreter der STGKK und der Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention die wichtigsten Ergebnisse, die Sie kurz zusammengefasst im Newsletter nachlesen können.

Darüber hinaus berichten wir über folgende Themen: Im Wintersemester 2010/11 findet die zweite Lehrveranstaltung "Tabakprävention" statt, in der Studierende der Medizinischen Universität sich in einem Wahlfach ausbilden lassen können. Die Gruppenentwöhnung "Rauchfrei in 6 Wochen" wird in diesem Herbst intensiv in der gesamten Steiermark angeboten, und das jährlich im September stattfindende "Monat der Zahngesundheit" ist für uns Anlass, MultiplikatorInnen zum Thema "Rauchen und Mundgesundheit" zu schulen.

Schönen, gesundheitsförderlichen Herbst wünscht Ihnen  
Waltraud Posch
Projektleitung Tabakpräventionsstrategie Steiermark

Rauchfrei dabei ist drei

Die unter der Marke "rauchfrei dabei" stehende Tabakpräventionsstrategie Steiermark wird nunmehr seit drei Jahren umgesetzt – Anlass genug, auf Basis einer Bevölkerungsbefragung vom November 2009 Bilanz zu ziehen.  Im Zentrum einer Pressekonferenz anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai standen Ergebnisse, die die Maßnahmenbereiche  Prävention in Kindergärten, Schulen und Jugendzentren, Weiterbildungen für Gesundheits- und Sozialberufe, Tabakentwöhnung sowie Information und Bewusstseinsbildung betrafen, sowie Erkenntnisse aus Bevölkerungsbefragungen, die im Rahmen der Tabakpräventionsstrategie Steiermark in den Jahren 2006 und 2009 durchgeführt wurden:

Ausgewählte Maßnahmen der Tabakpräventionsstrategie Steiermark 2007 - 2010:

  • Mehr als die Hälfte der erwachsenen rauchenden SteirerInnen möchte mittelfristig mit dem Rauchen aufhören. Nur eine Minderheit schafft es jedoch allein, dauerhaft von der Zigarette loszukommen.


  • 59 Prozent der 15-jährigen SchülerInnen haben bereits Zigaretten probiert, 20 Prozent Zigarren oder Zigarillos, 28 Prozent Wasserpfeife. Rund ein Drittel hat noch kein Tabakprodukt ausprobiert.


  • Das Alter des ersten Tabakkonsums wird durchschnittlich mit 11,3 Jahren angegeben. Der Einstieg in den regelmäßigen Konsum erfolgt mit 13 Jahren.


  • Während bei den Erwachsenen mehr Männer als Frauen rauchen, rauchen bei den Jugendlichen mehr Mädchen als Buben.


  • Fast 90 Prozent der SteirerInnen wollen, dass weiterhin Maßnahmen zur Tabakprävention umgesetzt werden.


  • Mit dem Herzstück der Gruppenseminare "Rauchfrei in 6 Wochen" wird Tabakentwöhnung flächendeckend in der gesamten Steiermark angeboten. Wurden 2007 noch 25, vorwiegend in Graz stattfindende Gruppenseminare für aufhörwillige RaucherInnen abgehalten, so steigerten sich sowohl die Anzahl als auch die regionale Verteilung. 2009 wurden bereits 101 Gruppenseminare mit 815 Teilnehmenden in fast allen steirischen Bezirken umgesetzt. 86 Personen wurden zu TabakentwöhnexpertInnen ausgebildet.


  • Im Zeitraum Februar 2007 bis Mai 2010 wurden rund 300 MultiplikatorInnen aus dem Gesundheitswesen zum Thema Tabak geschult.


  • Unterlagen für Tabakprävention im Jugendalter (Handlungsleitfäden für Schule und für die außerschulische Jugendarbeit) wurden erstellt und mit der Erprobung begonnen.


  • Der Schwerpunkt Tabak wurde in Weiterbildungen für KindergärtnerInnen und LehrerInnen implementiert und in Elternabenden priorisiert.


  • Das Taschenbilderbuch "Wich und Wu", das Kindern im Alter von 3 bis 7 Jahren das Thema Tabak näherbringen soll, wurde entwickelt und an alle steirischen Kindergärten, AllgemeinmedizinerInnen, KinderärztInnen und GynäkologInnen versandt.




Im Laufe der Tabakpräventionsstrategie Steiermark konnten messbare Einstellungs- und Verhaltensänderungen bewirkt werden:

  • So erhöhte sich von 2006 bis 2009 der Anteil jener Personen um 2,5 Prozent, die über die Auswirkungen des Passivrauchens Bescheid wissen. In absoluten Zahlen entspricht dies 25.815 SteirerInnen, etwa der Einwohnerzahl Leobens.


  • Über die Hälfte der steirischen erwachsenen NichtraucherInnen, die die Angebote der Tabakpräventionsstrategie kennen, geben an, dass sie nun RaucherInnen darauf ansprechen, in Gegenwart von Kindern nicht zu rauchen. Auch die RaucherInnen selbst versuchen häufiger, das Rauchen in Gegenwart von Kindern zu vermeiden.


  • Die diesbezüglichen Kampagnen zur Bewusstseinsbildung sind den SteirerInnen gut in Erinnerung geblieben. Besonder das  Sujet zum Thema Passivrauch, in dem der damals vier Monate alte Leo fragte "Darf ich schon rauchen?" war sehr einprägsam. Dieses Plakat kennen laut Bevölkerungsbefragung 8 von 10 SteirerInnen.





Die bisherigen Ergebnisse sind ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg auch in den kommenden Jahren fortzuführen.

Zahngesundheit ist auch Tabakprävention

Jährlich im September findet der Monat der Zahngesundheit statt. Das ist auch für die Tabakpräventionsstrategie Steiermark Anlass, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen.
Tabakrauch steht in unmittelbarem Kontakt mit dem Mund- und Nasenraum und wirkt daher direkt auf die dort liegenden Gewebe ein. Die Substanzen aus dem Rauch schädigen Mund und Zähne. In Zusammenarbeit mit der deutschen Bundeszahnärztekammer erstellte das deutsche Krebsforschungszentrum den Bericht "Rauchen und Mundgesundheit", welcher die Gesundheitsschäden durch Tabakrauch im Mundraum auf Grundlage wissenschaftlicher Studien darstellt.

RaucherInnen haben nicht nur ein deutlich höheres Risiko für Kanzerogene im Mundbereich, sondern auch für Plaque, Zahnstein, Knochenabbau, Paradontitis und Zahnverlust. Das Risiko ist umso größer, je mehr und je länger der/die Betreffende raucht und ist in Kombination mit Alkohol besonders hoch, da sich Alkohol und Tabakkonsum in ihrer schädlichen Wirkung gegenseitig verstärken.  

Wer mit dem Rauchen aufhört, kann  seine Mundgesundheit wieder wesentlich verbessern. "Zahngesundheit ist also auch Tabakprävention", erklärt VIVID-Geschäftsführerin Claudia Kahr. Die Tabakpräventionsstrategie Steiermark veranstaltet daher für die MitarbeiterInnen des Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des LKH – Universitätsklinikums Graz und für jene des Ambulatoriums für Zahnheilkunde der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse zwei einschlägige Weiterbildungen zu "Rauchen und Mundgesundheit".

Lehrveranstaltung "Tabakprävention" an der Meduni

Eine eigene Lehrveranstaltung "Tabakprävention" installierte die Tabakpräventionsstrategie Steiermark in Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz. Darin werden bereits angehende Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheits- und PflegewissenschaftlerInnen über Hintergründe und Folgen des Tabakkonsums aufgeklärt. Im Zentrum stehen Interventionsmöglichkeiten in der medizinischen Praxis.

Lehrveranstaltung Tabakprävention: Dienstag, 5.10.2010 (Blocklehrveranstaltung), Anmeldung über Medonline der Medizinischen Universität Graz

"Rauchfrei in 6 Wochen" von Bad Aussee bis Mureck

In einer Schwerpunktaktion werden ab sofort 26 Gruppenseminare "Rauchfrei in 6 Wochen" angeboten. Ob Bruck (Start 29.9.), Mureck (Start 4.10.), Bad Aussee (Start 6.10.), Graz (Start 28.9., 30.9., 11.10., 13.10., 11.11.) oder Feldbach (Start 4.11.) – in diesen und vielen anderen steirischen Orten erhalten Raucherinnen und Raucher, die von der Zigarette loskommen wollen, Unterstützung beim Aufhören.

Die Seminare mit der Gruppengröße von 6 bis 12 Personen arbeiten nach der Methode Verhaltenstherapie in Kombination mit individueller Empfehlung von Nikotinersatz. "Rauchfrei in 6 Wochen berücksichtigt die körperliche, psychische und soziale Abhängigkeit von der Zigarette", erklärt Verena Krammer von der STGKK, welche die Entwöhnung für Erwachsene koordiniert.

Der Selbstkostenbeitrag beträgt € 30. Information und Anmeldung: STGKK-RaucherInnen-Helpline 0316/8035-1919 (erweiterte Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9.00 bis 16.00 Uhr),
www.rauchfrei-dabei.at

"Smoke-free in 6 weeks", now in English

The first "smoke-free in 6 weeks" seminar in English, will start on the 13th of October 2010 in Graz.
The seminar is based on current concepts of motivational research and behavioural therapy, where quitting is achieved by the "end point method".  The applied method complies with the recommendation of the World Health Organisation (WHO) for quitting smoking. The focus of the seminar is aimed at a smoke-free life. Depending on the level of nicotine addiction, the option of nicotine replacement products is considered.

Duration: 90 minute sessions, once a week over 6 weeks
Cost: EUR 30, -  fee per person (the remaining cost is covered by the STGKK and the State of Styria department of health).
Registration and Information:
Helpline: (0316) 8035-1919
Mo-Fr 10-12 and Tue 14-16  
TERMINAVISO:  (© rauchfrei-dabei.at)

8. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle
Datum: 8. und 9. Dezember 2010
Ort: Heidelberg
Information: http://www.dkfz.de/index.html


Deutscher Suchtkongress
Datum: 22. - 25. September 2010
Ort: Tübingen
Information: http://www.suchtkongress2010.de/


4. Österreichische Konferenz Rauchfreier Gesundheitseinrichtungen
Datum: 30. September und 1.Otober 2010
Ort: Krankenhaus der Elisabthinen Linz
Information: http://www.ongkg.at/index.php?id=84

BUCHTIPPS:  (© rauchfrei-dabei.at)
Rauchen und Mundgesundheit:  (© )

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (Hg.): Rauchen und Mundgesundheit. Erkrankungen des Zahn-, Mund- und Kieferbereiches und Interventionsstrategien für Zahnärzte. Rote Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle, Bd.13, Heidelberg 2010.

Im Mittelpunkt stehen tabakassoziierte Erkrankungen des Zahn-, Mund- und Kieferbereichs sowie Interventionsmöglichkeiten im zahnmedizinischen Bereich.

Entschieden zum Nichtraucher:  (© )

Busson, Su/Davani, Keyvan: Entschieden zum Nichtraucher. Schritt für Schritt. Endgültig raus aus der Sucht. Hannover 2010.
Dieser Ratgeber beschäftigt sich mit Hintergründen und Wirkungsweisen von Tabak und kann bei der Vorbereitung eines Rauchstopps hilfreich sein. Nach dem "Weg in die Abhängigkeit" soll es so "Zurück in die Freiheit" gehen.
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