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Schützen Sie Kinder  vor Passivrauch

Hier suchen Sie Ihr rauchfreies Lokal

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser!

Die Mädchen holen auf. Dies belegen Studien zur Geschlechterverteilung des Raucheranteils weltweit. Dementsprechend legt die WHO den Schwerpunkt des heurigen Weltnichtrauchertags am 31. Mai auf "Gender and Tobacco". Dass dabei besonderes Augenmerk auf geschlechtsspezifisches Marketing der Tabakindustrie gelegt wird, berichten wir im aktuellen Newsletter ebenso wie über unsere Kooperation mit dem Klinikum Graz, unsere Haltung zur rauchfreien Gastronomie und unsere jüngste Publikation: ein Taschenbilderbuch zum Thema Rauchen.

Einen wunderschönen Frühling wünscht Ihnen  
Waltraud Posch
Projektleitung Tabakpräventionsstrategie Steiermark

Weltnichtrauchertag 31.5.2010

Der heurige Weltnichtrauchertag steht weltweit unter dem Motto "Gender and Tobacco with an emphasis on marketing to women".

Frauen machen rund 20 Prozent der weltweit mehr als eine Milliarde Rauchenden aus. Dieser Prozentsatz steigt jedoch rasant an, während der Anteil männlicher Raucher sinkt. Frauen und Mädchen stehen auch besonders im Visier der Marketingaktivitäten der Tabakindustrie.

Besonders beunruhigend ist die steigende Tabakprävalenz von Mädchen. Der aktuelle WHO-Report "Women and health: today's evidence, tomorrow's agenda" zeigt anhand der Daten von 151 Ländern auf, dass rund 7 Prozent der adoleszenten Mädchen und etwa 12 Prozent der adoleszenten Buben rauchen. Tendenz: Die Mädchen holen auf. In manchen Ländern rauchen bereits mehr Mädchen als Buben. Parallel dazu steigt bei tabakassoziierten Erkrankungen und Todesursachen der Anteil von Frauen.

In der Steiermark rauchen in der Altersklasse der 15-jährigen Jugendlichen bereits mehr Mädchen als Buben: 14,0 Prozent der 15-jährigen Mädchen sind tägliche RaucherInnen (12,2 Prozent der Buben). Gelegentlich rauchen 19,4 Prozent der steirischen Mädchen im Alter von 15 Jahren, während 16,2 Prozent der Buben gelegentlich zur Zigarette greifen.

Den WHO-Bericht "Women and Health" finden Sie hier:

Rauchfreies Krankenhaus

Eine besonders intensive Kooperation pflegt die Tabakpräventionsstrategie Steiermark derzeit mit dem LKH - Universitätsklinikum Graz. Im Zuge des Projekts "Rauchfreies Krankenhaus in Silber" erhalten alle MitarbeiterInnen - vom Reinigungspersonal bis zu Ärztinnen und Ärzten - Schulungen zu Tabakprävention. Es wurden bereits alle Stationsleitungen und Oberschwestern/Pfleger des Klinikums weitergebildet. Vier weitere Schulungen für alle anderen Berufsgruppen sind geplant. "Die Mitarbeiter-Schulungen, die wir gemeinsam mit der Tabakpräventionsstrategie Steiermark und mit VIVID durchführen, sind ein Kernstück unserer Maßnahmen", erklärt Michael Kazianschütz, Leiter des Projekts "Rauchfreies Krankenhaus in Silber".

"Wenn der Doktor nichts sagt …"
Im Zentrum der MitarbeiterInnen-Schulungen im Klinikum Graz steht neben Informationen über Tabakentwöhnung das Thema "Motivierende Ansprache zum Rauchstopp". Dort werden MitarbeiterInnen des Klinikums gestärkt und geschult, jeden rauchenden Patienten zum Rauchstopp zu motivieren. Untersuchungen zeigen: Werden rauchende PatientInnen von Angehörigen von Gesundheitsberufen nicht auf ihr Rauchverhalten angesprochen, so werten sie dies als Einverständnis - nach dem Motto "Wenn der Doktor nichts sagt, kann es ja nicht so schlimm sein".

Zertifizierung nach 10 Standards
Der Weg zum Rauchfreien Krankenhaus geht auf eine Initiative des Betriebsdirektors Mag. Gebhard Falzberger zurück. Nach der Zertifizierung zum "Rauchfreien Krankenhaus in Bronze" 2007 gab die Anstaltsleitung 2009 die Erreichung des Silberlevels in Auftrag. Basierend auf dem "Kodex der gesundheitsfördernden Krankenhäuser" müssen für den Silberlevel je 75 Prozent von zehn klar definierten Standards - etwa Tabakentwöhnung für MitarbeiterInnen und PatientInnen und die Schaffung klar definierter Rauchzonen - umgesetzt werden. "Das Thema Rauchen polarisiert. Daher haben wir versucht, von vornherein eine möglichst breite Akzeptanz für unsere Maßnahmen zu erreichen. Das Projekt wird deshalb in einer engen Kooperation zwischen unserem Klinikum, Medizinischer Universität Graz sowie den beiden Belegschaftsvertretungen umgesetzt", erklärt Falzberger.  

Rauchfreie Gastronomie

Je sichtbarer Rauchen im öffentlichen Raum ist, desto normaler ist es. Ein generelles Rauchverbot in Lokalen hätte aus suchtpräventiver Sicht vielschichtige positive Auswirkungen auf die Gesundheit:

  • Die Passivrauchbelastung für nichtrauchende Gäste sinkt. In der Steiermark rauchen mehr als drei Viertel der Bevölkerung nicht, auch nicht gelegentlich. NichtraucherInnen stellen die Mehrheit.

  • Die Passivrauchbelastung der Gastronomiebediensteten sinkt. Sogar wenn Gastronomiebedienstete selbst rauchen, schadet ihnen Passivrauch zusätzlich.

  • Der Anteil jener, die zu rauchen beginnen, sinkt. Viele Rauchende gewöhnen sich den Griff zur Zigarette beim Fortgehen an. Da der Einstieg in den Tabakkonsum in rund 7 von 10 Fällen vor dem 18. Lebensjahr stattfindet, wäre ein generelles Rauchverbot ein wichtiger Beitrag zur Jugendgesundheit.

  • Wer mit dem Rauchen aufhören will, wird dabei unterstützt, weil er weniger Versuchungen ausgesetzt ist. Mehr als die Hälfte der 16,9 Prozent täglich Rauchenden in der Steiermark möchte mittelfristig von der Zigarette loskommen.

  • Wer bereits aufgehört hat, wird beim Fortgehen weniger zu einem Rückfall verführt.

Bilderbuch übers Rauchen

"Wich" und "Wu" heißen die beiden Helden des neuen Taschenbilderbuchs der Tabakpräventionsstrategie Steiermark, das vor kurzem die 684 steirischen Kindergärten erhielten und das auch in zahlreichen Arztpraxen und Beratungsstellen aufliegt.

Als Teil der erfolgreichen "Leo"-Kampagne zum Schutz der Kinder vor Passivrauch soll das von Landesrätin Dr.in Bettina Vollath präsentierte Taschenbilderbuch mithelfen, bei den drei- bis siebenjährigen Kindern eine ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen zu entwickeln und auch die "VorleserInnen", also Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel für das Thema sensibilisieren.

Die beiden Hauptfiguren des neuen Taschenbilderbuchs wurden bewusst als ungeschlechtliche Zauberwesen, die weder einer bestimmten Kultur noch einer bestimmten Tierart zuordenbar sind, konzipiert, um möglichst viele Anknüpfungspunkte für die Fantasie der Kinder zu bieten. Die Illustration stammt aus der Feder von Florian Satzinger, der Text von Herwig Thelen.

Bestellen können Sie das kostenlose Taschenbilderbuch "Wich und Wu" im Online-Shop von VIVID - Fachstelle für Suchtprävention. Dort gibt es zum Thema Passivrauch auch die Elternbroschüre „Darf ich schon rauchen?“.
TERMINAVISO:  (© rauchfrei-dabei.at)

2. Steirischer Suchthilfekongress
Datum: 24.06.2010  
Ort: Bruck an der Mur, Kulturhaus

5. Steirische Gesundheitskonferenz:
"Kinder- und Jugendgesundheit in der Steiermark"

Datum: 22.06.2010
Ort: Graz
Infos: www.verwaltung.steiermark.at

Suchttherapietage Hamburg
Datum: 25.05. - 28.05.2010
Ort: Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg
Infos: www.tabakkontrolle.de

BUCHTIPPS:  (© rauchfrei-dabei.at)
Gesunde Arbeitswelt Krankenhaus:  (© VDM Verlag)

Hammerl, Birgit: Gesunde Arbeitswelt Krankenhaus.  Untersuchung des Rauchverhaltens und der Einstellung zum Rauchen von ÄrztInnen und Pflegepersonen.
VDM Verlag, 2009, Saarbrücken.


Aufbauend auf den Ergebnissen bisheriger internationaler Studien untersucht die Autorin Rauchverhalten, Einstellungen zum Rauchen, zur Raucherberatung und Entwöhnung sowie die Vorbildwirkung von medizinischem Personal in einem öffentlichen Krankenhaus in Wien und gibt eine Überblick über Ursachen und Folgen des Tabakkonsums.

Jugend und Sucht – Analysen und Auswege:  (© Verlag Barbara Budrich)

Fischer, Marc/Lammel, Ute Antonia: Jugend und Sucht – Analysen und Auswege. Patientenprofile und Empfehlungen für die pädagogisch-therapeutische Behandlung in Psychiatrie und Jugendhilfe.
Verlag Barbara Budrich, 2009, Leverkusen Opladen.


Wenn Jugendliche zu Suchtmitteln greifen, gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Beweggründe und Einflüsse. Das Buch gewährt Einblicke in aktuelle Suchtforschung und entwickelt daraus Empfehlungen für die Praxis. In einer Langzeitstudie untersuchten die AutorInnen jugendliche DrogenkonsumentInnen in der stationären psychiatrischen Behandlung.
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