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TabakentwöhnmethodenDie "einzig wahre" Methode mit dem Rauchen aufzuhören gibt es ebenso wenig, wie den "einzig richtigen" Zeitpunkt dafür. Damit Ihr Rauchstopp keine Eintagsfliege bleibt, sondern ein echter Erfolg wird, ist es wichtig bereits vorab Ihre Rauchgewohnheiten genau unter die Lupe zu nehmen und auf Basis dessen gemeinsam mit dem Arzt Ihres Vertrauens eine für Sie passende Entwöhnmethode zu finden. Hier finden Sie einen kurzen Überblick über die vielfältigen Wege aus der Abhängigkeit von der Zigarette: Rauchertelefon: 0810/810013Als Einrichtung der österreichischen Bundesländer, aller Sozialversicherungsträger und des Bundesministeriums für Gesundheit berät das Österreichische Rauchertelefon alle, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Neben individuellen Beratungen werden Unterstützungsmöglichkeiten in den Bundesländern vermittelt. Die erfahrenen BeraterInnen des Rauchertelefons unterstützen auch dabei, Rückfälle zu verhindern und rufen Sie nach dem Erstkontakt auf Wunsch zur Beratung zurück. Beratung unter 0810/810 013, Montag bis Freitag, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr zum Ortstarif, www.rauchertelefon.at GruppenentwöhnungsseminareVielen RaucherInnen fällt das Aufhören in der Gruppe leichter als allein. Gerade bei Gruppenentwöhnungsseminaren gibt es eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Angebote. Darunter finden sich Seminare, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geprüft und aufgrund ihrer nachweislichen Wirksamkeit anerkannt werden. Den WHO-Kriterien entsprechen z.B. Angebote, die auf verhaltenstherapeu- tischen Grundlagen beruhen, bei denen mittels Schluss-Punkt-Methode und gegebenenfalls durch Nikotinersatzpräparate der langfristige Rauchstopp erreicht wird. Laut internationalen Guidelines wird die Effektivität von Gruppenentwöhnungs- seminaren deutlich erhöht, wenn die professionelle Begleitung nicht nur bis zur letzten Zigarette, sondern auch noch Wochen danach erfolgt. So kann ein rauchfreies Leben stabilisiert werden. VerhaltenstherapieZiel verhaltenstherapeutischer Seminare zur Raucherentwöhnung ist das Erkennen und Verändern von erlernten Verhaltensweisen um vorhandene Reiz-Reaktions-Schemata, die bei RaucherInnen den Griff zur Zigarette auslösen (die Zigarette zum Kaffee, in gemütlicher Runde etc.) zu überwinden. Mit Hilfe eines Rauchprotokolls können Sie - als ersten Schritt hin zur Verhaltensänderung – etwa herausfinden welche Funktionen das Rauchen bei Ihnen übernimmt, ob Sie vorrangig in stressigen Situationen zur Zigarette greifen oder ob das Rauchen bei Ihnen eher der Entspannung oder der Kontrolle von Hungergefühlen dient. VerhaltenstherapeutInnen entwickeln mit Ihnen gemeinsam im Seminar Handlungsalternativen und erhöhen damit die Erfolgsaussichten für einen Rauchstopp ganz wesentlich. ![]() NikotinersatzpräparateDer Einsatz von Nikotinersatzpräparaten ist erst bei stärkerer Tabakabhängigkeit ab einem Zigarettenkonsum von 10 bis 20 Zigaretten pro Tag sinnvoll bzw. wenn Sie die 1. Zigarette bereits nach weniger als 30 Minuten nach dem Aufstehen rauchen. Am besten Sie fragen Ihre/n Ärztin/Arzt oder Apotheker/in, denn gute Beratung und gezielter Einsatz können die Erfolgsrate verdoppeln. Nikotin-Kaugummis eignen sich besonders für sogenannte SituationsraucherInnen, das heißt alle jene die z.B. vorrangig in Gesellschaft oder in stressigen Momenten zur Zigarette greifen. Die Wirkung des Kaugummis tritt erst nach rund 20 Minuten ein und hält in der Regel zwei bis vier Stunden an. Wem der Kaugummi anfangs etwas zu scharf schmeckt, kann ihn einfach für einige Zeit in der Backentasche parken. Nikotin-Tabletten wirken gleich wie Nikotin-Kaugummis, werden allerdings von jenen Raucher/innen bevorzugt, die keine Kaugummis kauen können oder wollen. Nikotin-Inhalatoren haben dieselbe Wirkungsdauer wie Kaugummis. Da der Inhalator zur Anwendung - ähnlich wie beim Zigarettenrauchen – zum Mund geführt wird und daran gesaugt werden muss, kann es sein, dass manchen RaucherInnen der Rauchstopp mit Hilfe des Inhalators schwerer fällt. Nikotin-Nasalsprays wirken von allen Nikotinersatzpräparaten zwar am schnellsten (nach 10 Minuten), die Wirkungsdauer beträgt allerdings nur etwa eine Stunde. Anfangs scharf für die Nasenschleimhäute, jedoch erfolgt nach wenigen Tagen eine Gewöhnung. Der Nasalspray sollte nicht zu oft am Tag angewendet werden. Steigen Sie bei häufigerem Bedarf lieber auf ein länger wirkendes Präparat um. Nikotin- Depotpflaster eignen sich für RaucherInnen, die über den Tag verteilt regelmäßig rauchen, um den Nikotinspiegel konstant zu halten. Um gut haften zu bleiben sollten die Pflaster auf unbehaarte, trockene und cremefreie Körperstellen geklebt und vor direkter Sonnen- oder Wärmeeinwirkung geschützt werden. Besonders gut eignet sich dafür beispielsweise der Hüftbereich. Kombination: Je nach Abhängigkeit kann es sinnvoll sein, zwei verschiedene Nikotinersatzpräparate wie z.B. Pflaster und Kaugummis zu kombinieren. Die Anfangsdosierung sollte zwei bis drei Monate beibehalten, dann auf die Hälfte reduziert und wiederum für ca. zwei Monate beibehalten werden. "Gesünderes" Nikotin? Obwohl die auf den Beipackzetteln der Nikotinersatzpräparate aufgelisteten Nebenwirkungen genauso für das Nikotin in Zigaretten gelten, ist die Anwendung von Nikotinersatzpräparaten erheblich „gesünder“ als das Rauchen, da in jeder Zigarette neben dem Nikotin noch bis zu 4800 weitere, zum Teil hochgiftige und krebserregende Stoffe enthalten sind, die zu massiven gesundheitlichen Schäden führen können. ![]() Medikamentöse TabakentwöhnungZur medikamentösen Tabakentwöhnung gibt es in Österreich verschreibungspflichtige Arzneimittel, die den Wirkstoff Bupropion bzw. Vareniclin enthalten. Wenn Sie erwägen, mit Hilfe dieser Medikamente zu entwöhnen, lassen Sie sich auf jeden Fall zuvor ausführlich beraten. Hilfe zur Selbsthilfe, z.B. www.endlich-aufatmen.atMittlerweile gibt es eine Vielzahl von Büchern, Broschüren, Internetforen und Homepages, die Informationen zum Thema Rauchen anbieten und Ihnen wertvolle Tipps und Ratschläge auf Ihrem Weg zur/zum NichtraucherIn liefern. Hilfe zur Selbsthilfe bietet beispielsweise die Website www.endlich-aufatmen.at, die RaucherInnen beim Aufhören begleitet. Wie viel Lebenszeit, Schadstoffe und Geld durch das Nichtrauchen eingespart werden können, zeigt ein Gewinnrechner an. Hilfe zur Selbsthilfe ist vor allem für RaucherInnen mit geringer körperlicher Abhängigkeit empfehlenswert. Damit Ihr Rauchstopp dauerhaft von Erfolg gekrönt ist, ist es bei mittlerer bis starker Nikotinabhängigkeit jedoch ratsam zusätzlich ärztliche bzw. psychologische Hilfe von TabakentwöhnungsexpertInnen in Anspruch zu nehmen. Wie sehr Sie körperlich abhängig von der Zigarette sind, können Sie mit dem Fagerström-Test herausfinden. Stationäre Entwöhnung im KrankenhausEine stationäre Rauchentwöhnung dauert mindestens eine Woche und eignet sich in erster Linie für RaucherInnen mit sehr starker Nikotinabhängigkeit bzw. im Zusammenhang mit anderen schweren Erkrankungen, bei denen der Entzug engmaschig stationär überwacht werden sollte. Abgesehen kann jeder Krankenhausaufenthalt dazu genutzt werden um mit dem Rauchen aufzuhören. ![]() Alternative EntwöhnungsunterstützungVerfahren wie Hypnose, Akupunktur oder Homöopathie werden von der WHO nicht als bevorzugte Methoden der Tabakentwöhnung empfohlen, da ihre generalisiserbare Wirksamkeit bisher für die Tabakentwöhnung nicht nachgewiesen ist. Trotzdem können sie einzelnen Menschen beim Rauchstopp helfen und ihren Start in eine rauchfreies Leben unterstützen. Hypnose Hypnose ist ein therapeutisches Verfahren mit langer Tradition. Bei der Hypnose geht es nicht um Manipulation, sondern um die Eröffnung von Möglichkeiten, versteckte Fähigkeiten zu aktivieren und nutzbar zu machen. Im Trancezustand kommt es zu einer Entspannung der Muskelpartien und einer veränderten Aktivierung bestimmter Hirnareale. Dies kann unterstützend wirken, wenn man mit dem Rauchen aufhören will. Akupunktur Akupunktur ist eine Therapieform der traditionellen Chinesischen Medizin. Ziel der Akupunktur ist die Milderung bzw. Beseitigung von Entzugserscheinungen während der Tabakentwöhnung. Bei der Akupunktur werden Nadeln an bestimmten Punkten auf den sogenannten Körpermeridianen, jenen Energiekanälen, die den Körper durchziehen, eingestochen. Durch das Nadeln werden energetische Blockaden behoben, der Energiefluss wieder normalisiert und eine Fernwirkung auf die mit diesen Meridianen in Verbindung stehenden inneren Organe erzielt. Homöopathie Ziel von homöopathischen Behandlungen in der Tabakentwöhnung ist die Milderung bzw. Beseitigung von Entzugssymptomen sowie das Ausleiten der durch Tabakkonsum schädigenden Stoffe aus dem Körper. Da die Behandlung mittels Homöopathie auf dem Prinzip „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“, beruht, muss die Auswahl der homöopathischen Mittel jeweils von einem Profi auf die zu behandelnde Person abgestimmt werden. |