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Tabakinhaltsstoffe und Zusatzstoffe in TabakwarenNeben dem Nikotin sind derzeit rund 4800 weitere Inhaltstoffe bekannt, die der/die RaucherIn mit dem Hauptstromrauch, also jenem Rauch, der beim Zug an der Zigarette entsteht, inhaliert. Die meisten dieser Stoffe sind lungengängige Feinstaubpartikel, das bedeutet, dass sie beim Einatmen aufgrund ihrer geringen Größe bis in die Lunge vordringen können. Rauchen stellt ein großes gesundheitliches Risiko das. Über 70 der Substanzen des Tabakrauchs sind nachweislich krebserregend bzw. stehen - unabhängig vom Ausmaß des Konsums - im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Da sich die chemische Zusammensetzung des Passivrauchs nicht von jener des Tabakrauchs, den der/die Raucher/in einatmet, unterscheidet, kann auch Passivrauchen eine Vielzahl ernsthafter Erkrankungen verursachen. Nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch die dem Tabak beigefügten Zusatzstoffe stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Denn bei der Zigaretten-herstellung werden dem Rohtabak bis zu 600 weitere Substanzen beigefügt, um die Zigaretten für den/die Raucher/in genießbarer zu machen. (Quelle: Pötschke-Langer M. et al: Zusatzstoffe in Tabakprodukten, 2004) InhaltsstoffeNikotin ist der Hauptinhaltsstoff im Tabakrauch. Nikotin ist ein Gift, das in der Tabakpflanze selbst erzeugt wird. Im Körper wirkt es anregend, bei Überdosierung lähmend. Nikotin führt zu erhöhter Herzfrequenz, Blutdruckanstieg, Absinken der Hauttemperatur und zu einer erhöhten Fettsäurekonzentration im Blut. Ohne regelmäßige Nikotinzufuhr kommt es zu Entzugserscheinungen, die erst durch den erneuten Griff zur Zigarette verschwinden. Der ständige Wechsel der Nikotinkonzentration im Gehirn (zwischen den gerauchten Zigaretten) fördert die Suchtentstehung und den Wunsch, den „Nikotinhunger" zu stillen. Kohlenmonoxid ist ein giftiges, geruchloses Gas, das beim Verbrennen des Tabaks entsteht. Kohlenmonoxid führt im Körper zu chronischem Sauerstoffmangel, senkt die Leistungsfähigkeit, schädigt die Blutgefäße und lässt diese schneller altern. Auch enthalten in: Autoabgasen Kohlendioxid ist ein Gas, aus dem 10 bis 15 Prozent des Tabakrauchs bestehen. Ab einem Kohlendioxidanteil von rund 5 Prozent in der eingeatmeten Luft treten Kopfschmerzen und Schwindelgefühle auf. Kohlendioxid-Konzentrationen ab 8 Prozent führen innerhalb von 30 bis 60 Minuten zum Tod durch Atemstillstand. Auch enthalten in: Autoabgasen Teer ist der Überbegriff für eine Vielzahl unterschiedlichster Substanzen. Tabakteer (Rauchkondensat) verklebt die Flimmerhärchen im Atemtrakt und führt langfristig zu Entzündungen der Bronchien und der Lunge sowie zu Krebs. Auch enthalten in: Straßenbelag Benzypren entsteht beim Verbrennen des Tabaks und ist einer der stärksten krebserzeugenden Stoffe. Blausäure ist ein farb- und geruchloses Gas. Bereits geringe Mengen dieses stark wirksamen Giftes führen zu einer Lähmung des Atemzentrums (jener Nervenzellen, die die Ein- und Ausatmung steuern). Bläusäure steht im Verdacht an der Entstehung von Lungenkrebs beteiligt zu sein. Auch enthalten in: Schädlingsbekämpfungsmitteln wie z.B. Rattengift, Düngemitteln, Farben und Lacken, Pflanzenschutz- und Desinfektionsmitteln Formaldehyd ist ein stechend riechendes Gas, das vermutlich krebserregend ist. Es bewirkt eine starke Reizung der Schleimhäute und führt zu chronischen Entzündungen der Atemwege. Darüber hinaus kann Formaldehyd Gendefekte verursachen. Auch enthalten in: Desinfektionsmitteln Metalle wie Cadmium, Blei, Arsen und Nickel zählen zu den gefährlichsten, im Tabakrauch enthaltenen Metallen. Cadmium und Blei sind erwiesenermaßen krebserregend. Arsen, eines der ältesten bekannten Gifte, führt bei Verabreichung geringer Mengen zu Haut-, Leber- und Lungentumoren. Auch enthalten in: Batterien Polonium 210 ist ein radioaktives Element, das im Zigarettenrauch in vergleichsweise hoher Konzentration vorhanden ist. Ein kontinuierlicher Zigarettenkonsum von zwei Schachteln pro Tag über einen Zeitraum von 25 Jahren hinweg führt bei RaucherInnen zu einer 40 mal höheren Strahlenbelastung als bei NichtraucherInnen. Darüber hinaus kann Polonium 210 die Entstehung von Lungenkrebs fördern. Nitrosamine sind hochgiftig und zählen zu den stärksten bekannten krebserregenden Stoffen. Sie gelten als einer der Hauptauslöser für Krebserkrankungen im Bereich der Mundhöhle, des Kehlkopfes, der Lunge und der Speiseröhre. Stickoxide befinden sich als Bestandteil von Verbrennungsgasen auch im Tabakrauch. Sie führen zu Reizungen der Atemwege und verursachen u.a. Bronchitis. Zusatzstoffe:Amoniak reguliert den PH-Wert des Tabakrauchs. Der Zusatz von Amoniak mildert den Tabakgeschmack und erhöht den Nikotingehalt. Zudem fördert Amoniak die Nikotinaufnahme und steigert das Suchtpotential noch zusätzlich. Auch enthalten in: Reinigungsmitteln wie WC-Reinigern sowie Haarfärbemitteln Menthol findet sich nicht nur in Mentholzigaretten, sondern ist in Spuren in jeder Zigarette vorhanden. Menthol wirkt schmerzlindernd, schmeckt erfrischend und kühlt. Durch die Beimengung von Menthol kann der Tabakrauch tiefer inhaliert und vom Körper in größeren Mengen aufgenommen werden. Zucker wird zugesetzt, um die Nikotinaufnahme über die Atemwege zu beschleunigen. Nikotin wirkt dadurch intensiver und länger und verstärkt die Suchtwirkung der Zigarette. Zucker trägt auch dazu bei, dass der an sich "harte" Geschmack des Nikotins weicher wird. Vanille, Kakao, Honig sowie andere Geschmacksstoffe werden gezielt zugesetzt um den Geschmack des Tabaks für RaucheinsteigerInnen, allen voran Kinder und Jugendliche, angenehmer und verführerischer zu machen. (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Rauchen , Köln, 2005; Deutsches Krebsforschungszentrum: Erhöhte Gesundheitsgefährdung durch Zusatzstoffe in Tabakerzeugnnissen, Heidelberg, 2005) Wirkung von Inhaltsstoffen und ZusatzstoffenWarum wird man von Nikotin abhängig? Wie wirkt Nikotin im Gehirn? Was ist das Gefährliche am Rauchen? Das und mehr beantwortet vor dem Hintergrund steirischer Daten und Fakten das Factsheet "Rauchen". |